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Aus der Rhein-Lahn-Zeitung: Entlastung für Diez: "Kleiner Tunnel" ist großer Wurf

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Die Diezer „kleine Tunnellösung“ ist nicht nur für die Grafenstädter von Bedeutung, sondern auch für manchen Mainzer oder Berliner: Zum symbolischen Spatenstich, dem offiziellen Baubeginn der Fertigstellung der innerstädtischen B 417-Umgehung Diez, nahmen neben dem Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM), Lutz Nink, unter anderem auch der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing und Ministerialdirigent Christian Weibrecht aus dem Bundesverkehrsministerium die Schaufel in die Hand.

Tatsächlich sind die Arbeiten zur Vorbereitung des Tunnelbaus bereits seit einigen Wochen im Gange – müssen doch zunächst Vorbereitungen für den neuen Kreisverkehr geschaffen werden, der am Westportal des Tunnels über die Aar hinweg Emmerich-, Schul-, Kanal- und Aarstraße sowie Kasernenplatz anbindet.

Dazu muss eine neue Aarquerung gebaut werden. Und die Tunnelbaustelle birgt noch mehr technisch anspruchsvolle Aspekte, wie Minister Wissing hervorhob. So wird die Lahntalbahnstrecke unterirdisch gleich zweimal gekreuzt.

Als „letztes Puzzleteil“ der innerstädtischen Umgehung bezeichnete LBM-Leiter Nink den Tunnel, dessen Realisierung nach der ersten Einstellung in den Bundesverkehrswegeplan im Jahr 2002 „relativ flott“ erfolge. Grundlage für die Umsetzung sei die „große Einigkeit auf kommunalpolitischer Ebene“ gewesen, wobei sich die FDP stets besonders um das Vorhaben verdient gemacht habe.

„Mir sind die Planungszeiten zu lang“, hielt Ministerialdirigent Weibrecht entgegen und versprach: „Wir nehmen uns dessen an, wir wollen schneller werden.“ Rheinland-Pfalz stehe gut da, in diesem Jahr werden rund 400 Millionen Euro verbaut, und für das kommende Jahr könne er zusagen, dass alle planreifen Maßnahmen umgesetzt werden. Wissing antwortete, dass im Land so viele Maßnahmen realisiert werden könnten, „weil wir so schnell planen“: Der LBM schaffe für seine Projekte sehr schnell Baurecht. Im Hinblick auf den Projektnamen „B417 – Kleine Tunnellösung Diez“ sagte Weibrecht: „Für den Bund ist es ein kleiner Tunnel, aber für Diez ist es eine große Lösung.“

Stadtbürgermeister Frank Dobra wandte sich stellvertretend für alle Kommunalpolitiker, die sich stetig für die Tunnellösung engagiert haben, an die Zuschauer des Spatenstichs. Er sei froh und dankbar, dass der Bau der Stadt und ihren Bürgern eine bessere und schnellere Wegeführung bringe. Darüber hinaus aber stärke die innerstädtische Umgehung die Wirtschaftskraft der gesamten Region.

Nicht zuletzt bringe sie den Anwohnern mehr Verkehrssicherheit und Lebensqualität sowie weniger Lärm und Schadstoffe. Eine Kröte, die aus finanziellen Gründen zu schlucken sei, ist die Abkopplung des Schläferwegs, doch: „Wir arbeiten an einer Lösung.“ Auch eine Würdigung des einstigen Standorts der Synagoge strebe der Stadtrat an, betonte Dobra.

Anfang 2011 präsentierte Lutz Nink, heute Leiter des LBM, die Planung für den Tunnel dem Diezer Stadtrat. Die Schätzungen für Kosten und Bauzeit lagen nah an den heutigen Annahmen: Von 18,5 Millionen Euro (heute: 17,5) und 36 bis 38 Monaten (vier Jahre) ging man damals aus. 2013 wurde an den Planfeststellungsunterlagen für den Tunnel gearbeitet.

Einige Einsparungen waren erforderlich, etwa entfiel die Fußgängerüberführung an der neuen Aarbrücke. Mitte 2016 erging mit dem Planfeststellungsbeschluss Baurecht – doch nahezu zeitgleich erschien der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans, in dem das Vorhaben vom vordringlichen in den weiteren Bedarf abgestuft worden war. Erfolgreich setzten sich Politiker und Verbände aus Stadt, Verbandsgemeinde, Kreis und Land sowie der LBM dafür ein, dass der Tunnel nun realisiert wird.

Von Katrin Maue-Klaeser

 

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