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Aus der Rhein-Lahn-Zeitung; Herzlicher Empfang in Ruanda

Veranstaltungen

Partnerschaft: Bundestagsabgeordnete Gabi Weber (SPD) berichtet von Inforeise

Von unserem Mitarbeiter Johannes König

M Holzheim. Was können wir hier auf dem Land in der großen Welt politisch machen? Mehr als mancher glaubt, betonte der Landtagsabgeordnete Jörg Denninghoff beim Ruandavortrag der Bundestagsabgeordneten  Gabi Weber (beide SPD) im Gasthaus Ebel in Holzheim. Sie hatte kürzlich zusammen mit einer Parlamentariergruppe eine Informationsreise durch Ostafrika, welche sie nach Kenia, Burundi und Ruanda geführt hatte, unternommen.

Den Veranstaltungsort hatten die Organisatoren bewusst ausgewählt: Denn Holzheim mit seinen 930 Einwohnern ist der kleinste deutsche Ort, der mit einer Kommune in der Dritten Welt eine Partnerschaft unterhält. Schon seit 27 Jahren besteht diese zwischen Holzheim und Rambura in Ruanda.

Unterschrieben wurde die Partnerschaftsurkunde vom damaligen Ortsbürgermeister Helmut Weimar. Inzwischen hat er das Amt zwar hinter sich gelassen, hält aber als Vorsitzender der nach ihm benannten Ruanda-Stiftung weiter engen Kontakt zum Partnerort.

So war es auch Weimar, der die Gäste und Referenten des Abends begrüßte. Neben den beiden Abgeordneten war auch der frühere Landrat und jetzige Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Innenministerium, Günter Kern, erschienen. Es ist nämlich sein Ministerium, welches die bestehende Länderpartnerschaft zwischen Ruanda und Rheinland-Pfalz unterhält. Eine Verbindung, zu der auch die „Partnerschaft auf Augenhöhe“ zwischen Holzheim und Rambura zählt. Der Bau und die Renovierung von Schulen und Sportplätzen sind handfeste Ergebnisse der vom ehemaligen Bürgermeister und seinen Mitstreitern betreuten Initiative. Eine Heidenangst habe sie vor Schlangen, Skorpionen und anderem Getier, räumte Gabi Weber zu Beginn ihres Reiseberichts ein. So lernte sie Ruanda auch erst relativ spät kennen. 2010 besuchte sie dort nämlich ihre Nichte, die für ein Jahr im Rahmen des Freiwilligenprogramms „Weltwärts“ im ostafrikanischen Land lebte.

Zu dritt erkundeten sie die Region nur mithilfe ortsüblicher Transportmittel und wurden mit großer Wärme und Hilfsbereitschaft empfangen. Eine Erfahrung, die bei Weber ein nachhaltiges Interesse an Land und Menschen weckte. Es sind dann auch solche Erfahrungen aus erster Hand, von der sie als Mitglied des Bundestagsausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung profitiert. Neue Eindrücke kamen auf der jüngsten Reise hinzu, die sie anhand einer Reihe von Reisefotos mit den Zuhörern teilte. So konnten sich die Teilnehmer zum Beispiel selbst davon überzeugen, dass der kleine Grenzverkehr zwischen Ruanda und der Republik Kongo mithilfe moderner elektronischer Grenzstationen abgewickelt wird. „Die Reisenden sind mit elektronischen Pässen ausgestattet, die jeweils 24 Stunden lang gelten“, berichtete Weber. Auf einem Foto zu sehen war eine kleine Abfertigungshalle, die auch auf einem internationalen Großflughafen hätte stehen können.

Ebenfalls an der Grenze stand ein Schild mit der Aufschrift „Investitionen ja, Korruption nein“. Ein Unterschied wie Tag und Nacht bestehe in dieser Sache zwischen Ruanda und seinen Nachbarn, erzählte Weber. Auch wenn Präsident Paul Kagame gerade dabei ist, sich mit fragwürdigen Mitteln eine dritte Amtszeit zu sichern, so merke man dem Land doch deutlich an, dass dort 20 Jahre nach dem Völkermord keine politische Kaste nur in ihre eigene Tasche wirtschafte. Stattdessen gebe es ein ehrliches Bemühen um das Allgemeinwohl.

Noch keine abschließende Meinung hatte sich die Referentin über die im Straßenbild immer zahlreicher werdenden Kopftücher gebildet. „Der islamische Einfluss steigt sichtbar.“ Während des Genozids gewährten Muslime Verfolgten Unterschlupf, das brachte ihnen eine Menge Pluspunkte. Andererseits würden die neuen großen Moscheen vermutlich auch mit Spendengeldern aus Saudi-Arabien finanziert und so möglicherweise eine besonders konservative Ausprägung des Islam verbreiten, so die Befürchtung. Abschließend betonte die Abgeordnete zusammen mit Staatssekretär Günter Kern, wie wichtig es sei, den Menschen in Afrika durch Ausbildung und Partnerschaft eine persönliche Zukunft in ihren Heimatländern zu ermöglichen. „Unser duales deutsches Ausbildungssystem ist dort ein gefragter Exportschlager“, lautete ein Fazit des Abends.

 

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